Cindy Sherman – einer der wichtigsten Künstlerinnen unserer Zeit

Date : 23. Juni 2017

Cindy Sherman wurde als Cynthia Morris Shermann am 19. Januar 1954 in Huntington (New York) geboren. In ihren Foto-Serien beschäftigt sie sich meistenfalls mit Fragen wie der menschlichen Identität, Physis und dem sexuellen Andrang. Ihre Fotos zählen zu den teuersten Werken weltweit. In New York wurde in Christie´s eines ihrer Werke für 2.850 Dollar versteigert.

Cindy Sherman ist ohne Zweifel ein Mensch mit vielen Gesichtern. Sie ist eine hervorragende Künstlerin der inszenierten Fotografie. Vielleicht ist ein großer Widerhall ihrer Bilder zu verstehen, da nur wenige wissen, wie sie in Wirklichkeit aussieht und wer sie eigentlich ist.

Seit klein auf, hegt sie die Leidenschaft der Kostümierung und Maskerade, da sie sich schon als kleines Mädchen besonders für hässliche und finstere Figuren ihrer Lieblingsmärchen begeisterte. Jedoch handelt es sich nicht um ihren inneren Bedarf nach Verkleidung, sondern nach der Verwendung des eigenen Körpers. Diese Idee setzte sich durch absonderliche Auftritte als Verkleidungskünstlerin weiter, indem sie seit jeher gerne in fremde Rollen schlüpfte. Ihr Hobby war und ist fortwährend der Flohmarkt, wo sie die verschiedensten Accessoires gefunden hat. Früher waren es Partys, wo sie sich kostümieren konnte. Sie verkleidete sich als Hure oder Sekretärin, aber ihr größter Spaß lag darin, wenn ihre Freunde sie nicht erkennen konnten. Cindy´s Atelier ist vollgepackt mit Requisiten (Masken, Hüte, Perücken u.ä.), wo man auch künstliche Brüste oder ein Bein findet.

Seltsam wird es, wenn man die Schubladen öffnet, wo Penisse und Vaginas, Plastikbeine sowie ein Uterus mit Fötus liegen. Trotz allem, möchte sie durch diese Requisiten-Verwendung nicht schockieren, sondern bloß „vorbereiten auf die Gewalt“.

In Cindy´s Fotografie konnte sie ihre Kostüm-Idee aufleben lassen, indem sie ihren Körper in Szene setzte. Das Fotostudio wird zur Bühne inszenierter Fotos, ihr Körper zum Übermittler der Bildinhalte und somit zum Kunstmaterial. Ihre Bilder sollte man nicht als Selbstporträts verstehen, auch wenn sie mit der Darstellung ihrer eigenen Person porträthaft auf einen wirken. Besser gesagt, könnte man sie als Rollenspiel deuten, sodass sie als Künstlerin schlicht und ergreifend ihren Körper als Material nutzt und empfindet.

Weil sie Darstellerin und Fotografin gleichzeitig ist, ist sie Objekt und Subjekt ihrer Werke. Cindy Sherman wird hierbei als Künstlerin selber zum Bildgegenstand.

Mehr Informationen unter: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/38/cindy-sherman-kuenstlerin-hamptons-besuch

Signums sine Tinnitu stellt in dieser Serie die einflussreichsten Künstler unserer Zeit vor. Als Galerie für zeitgenössische Kunst fördern und publizieren wir Künstler aus allen Bereichen modernen Schaffens.

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