Anitu Takadas Werken sieht man ihre ungewöhnliche Sozialisation an. Früh unter dem Terror Ceaușescus aus Rumänien nach Japan emigriert lebt und arbeitet sie seitdem für Themen, die an der Schnittstelle zwischen Grafikdesign und Comic-Art liegen. Diese vierte Werkschau in Deutschland präsentiert großformatige Gemälde auf Leinwand, welche die traumatische Erfahrung der Flucht mit der strengen Ästhetik ostasiatischer Bildsprache verknüpfen. Takada nutzt die Leinwand als Projektionsfläche für eine hybride Identität, die zwischen osteuropäischer Melancholie und popkultureller Abstraktion oszilliert.
Die künstlerische Strategie basiert auf der Dekonstruktion narrativer Sequenzen. Takada isoliert Symbole der Unterdrückung und überführt diese in die klare, oft reduzierte Linienführung des Grafikdesigns. Die Einflüsse der Comic-Art manifestieren sich in einer dynamischen Bildaufteilung, die jedoch durch die Materialität der Öl- und Acrylmalerei eine statische Schwere erhält. Dieser Kontrast thematisiert die Beständigkeit von Erinnerung gegenüber der Schnelllebigkeit moderner Zeichenordnungen. Die Ausstellung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Untersuchung biografischer Brüche innerhalb der zeitgenössischen Malerei.
