Die Galerie Kornfeld hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2012 zu einer der profiliertesten Adressen im Charlottenburger Galerienviertel entwickelt. Beheimatet in geschichtsträchtigen, denkmalgeschützten Räumen, verkörpert sie eine Symbiose aus traditioneller Berliner Architektur und progressiver Gegenwartskunst. Gegründet wurde das Haus von Alfred Kornfeld gemeinsam mit seinen Partnern Anne Langmann und Mamuka Bliadze. Bevor das Trio den festen Standort in West-Berlin bezog, sammelten die Galeristen über ein Jahrzehnt lang Erfahrungen mit internationalen Ausstellungen an wechselnden Orten. Diese kosmopolitische Prägung fließt heute direkt in das kuratorische Programm ein, das sich durch eine feinsinnige Balance zwischen regionaler Verankerung und globaler Relevanz auszeichnet.
Raumkonzept: White Cube, Beletage und Skulpturengarten
Die räumliche Struktur der Galerie ist ebenso vielschichtig wie ihr Programm. Das Herzstück bildet die im Erdgeschoss eines Wohn- und Atelierhauses aus dem 19. Jahrhundert gelegene Galerie. Diese Räume wurden zu einem modernen White Cube umgestaltet, der auf 160 Quadratmetern eine neutrale und doch charakterstarke Bühne für jährlich sechs bis acht Ausstellungen bietet. Ein besonderes architektonisches Highlight ist der angeschlossene Skulpturengarten, der mitten im urbanen Charlottenburg einen Raum für dreidimensionale Kunstwerke unter freiem Himmel schafft. Ergänzt wird dieses Ensemble durch das Bureau in der Beletage des Nachbarhauses, das als zweiter Ausstellungsort, Archiv und Depot dient.
Programm zwischen Avantgarde und Neuentdeckung
Das inhaltliche Spektrum der Galerie Kornfeld ist weit gespannt und reicht von jungen, experimentellen Positionen bis hin zu anerkannten Meistern der Avantgarde. Die Galeristen verstehen ihre Arbeit als Verpflichtung, aktiv zum zeitgenössischen Diskurs beizutragen. Dies manifestiert sich in der Auswahl der Medien, die von klassischer Malerei und Fotografie bis hin zu Videokunst und raumgreifenden Installationen reicht. Zu den fest vertretenen Künstlern gehören namhafte Persönlichkeiten wie Stéphane Couturier, Robert Fry, Natela Iankoshvili, Tamara Kvesitadze und Susanne Roewer.
Ein besonderer Meilenstein in der Galeriegeschichte war die Gründung des Projektraums 68projekte im Jahr 2014. Direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegen, widmet sich dieser Raum einem vielfältigen kuratorischen Programm. Er fungiert zudem als Residency-Plattform, die aufstrebenden internationalen Künstlern die Möglichkeit bietet, in Berlin zu leben und zu arbeiten. Durch diesen Brückenschlag zwischen etabliertem Galeriebetrieb und experimenteller Nachwuchsförderung schafft die Galerie Kornfeld ein lebendiges Ökosystem für die Kunstproduktion.
Austausch statt Networking: Die Galerie als Salon
Über den kommerziellen Aspekt des Kunsthandels hinaus verfolgt die Galerie Kornfeld eine Vision, die an die Tradition der Berliner Salons anknüpft. Das Haus versteht sich als Treffpunkt für intellektuelle Köpfe, an dem der Austausch von Ideen im Vordergrund steht. Dieser ganzheitliche Ansatz macht die Galerie Kornfeld zu einem Ort der Entschleunigung und Reflexion. Die Kombination aus der privaten Sammlung der Galeristen, dem professionellen Galeriebetrieb und dem Engagement im Projektraum macht deutlich, dass hier Kunst als lebensnotwendiges Elixier und als Grundlage für einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Dialog verstanden wird.
Galerie Kornfeld
Fasanenstraße 26, 10719 Berlin
Telefon: +49 30 889 225 890
Webseite: www.galeriekornfeld.com
Signum Sine Tinnitu stellt in dieser Serie die wichtigsten Galerien in Berlin vor. Als unabhängige Plattform für zeitgenössische Kunst zeigen wir in unseren eigenen Ausstellungen Positionen, die den Dialog zwischen historischem Raum und zeitgenössischer Produktion suchen.