Hoor Al Qasimi
Hoor Al Qasimi hat als Präsidentin der Sharjah Art Foundation eine ganzjährige Kunstinfrastruktur in den Emiraten etabliert. Ihre Kurator:innen-Praxis verbindet ökologische und postkoloniale Themen, die Asien, Afrika und den Mittleren Osten vernetzen. Für 2025/26 wird sie als künstlerische Leiterin der Aichi Triennale und der Biennale von Sydney eingesetzt – ein Indiz für ihren weltweiten Einfluss.
Alex Gartenfeld
Alex Gartenfeld hat das Institute of Contemporary Art Miami in kurzer Zeit international bekannt gemacht. Er kombiniert experimentelle Ausstellungen mit Sammlungsaufbau und steht hinter der Erweiterung durch das Gebäude der Sammlung de la Cruz. Unter seiner Leitung reflektieren die Programme Miamis Rolle als Schmelztiegel der Kunst und als weltweiter Treffpunkt für Künstler:innen.
Naomi Beckwith
Naomi Beckwith, neue Chefkuratorin am Museum of Contemporary Art Chicago, vereint historische Reflexion mit gesellschaftlicher Relevanz. Sie rückt klassische Kunstwerke in Dialog mit aktuellen Debatten, öffnet den musealen Raum für neue Perspektiven und setzt auf inklusive Ausstellungen. Ihr Ansatz wirkt leichtfüßig und tiefgründig zugleich – so prägt sie, wie amerikanische Museen Zukunft deuten.
Thelma Golden
Thelma Golden war jahrzehntelang eine der prägendsten Stimmen der zeitgenössischen US-Kunst. Als langjährige Leiterin des Studio Museum Harlem setzte sie Maßstäbe im Umgang mit afroamerikanischen Künstler:innen. Ihr nüchterner, entschlossener Stil und ihre klare Haltung machten Künstler wie Kara Walker international sichtbar. Golden selbst bleibt eine moralische Instanz: Sie treibt die Diskussion über Identität und Kunst unvermindert voran.
Tyler Blackwell
Tyler Blackwell ist Kurator für zeitgenössische Kunst am Speed Art Museum in Kentucky und gilt als Nachwuchstalent. Er bricht Genre-Grenzen: In seinen Ausstellungen mischt er Malerei, Skulptur und Medienkunst zu eigenwilligen Narrativen. Mit seiner ruhigen und besonnenen Art sorgt Blackwell dafür, dass auch im konservativen Umfeld neue Stimmen gehört werden. Vieleorts nennt man ihn deshalb eine Hoffnungsträgerin der Museumswelt von morgen.
Carla Acevedo-Yates
Carla Acevedo-Yates leitet seit 2024 das North Carolina Museum of Art und bringt damit frische Energie in die Regionalszene. In ihrem Konzept wird das Museum zum Treffpunkt der Gemeinschaft – Ausstellungen versteht sie als soziales Ereignis. Durch diese Verbindung von traditionellem Museumswesen und partizipativer Kulturarbeit verankert sie das Haus im Alltag der Bevölkerung. Ihr Fokus auf Diversität und Gemeinschaftsbildung macht sie zu einer wichtigen Stimme der amerikanischen Museumslandschaft.
Xiaoyu Weng
Xiaoyu Weng gilt als Brückenbauerin zwischen Ost und West. Die chinesische Kuratorin wirkte am Guggenheim Museum in New York und ist künstlerische Leiterin der Documenta 16 (2027). Zugleich führt sie in Singapur die Tanoto Art Foundation. Ihre Ausstellungen verbinden Klang, Raum und Technologie auf inspirierende Weise – ein Beleg dafür, dass östliche Perspektiven westliche Formate bereichern können.
Marcela Guerrero
Marcela Guerrero ist seit kurzem Chefkuratorin am Whitney Museum in New York und damit die erste lateinamerikanische Kuratorin auf dieser Ebene. 2025 kuratierte sie die Whitney-Biennale und stellte darin aktuelle politische Themen aus neuer Perspektive zur Debatte. Sie steht für einen Wandel in der US-Kunstszene: Latino-Perspektiven beeinflussen zunehmend, welche Geschichten die Kunst erzählt.
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung
Bonaventure Ndikung macht das Haus der Kulturen der Welt in Berlin zu einem Ort der Grenzüberschreitung. Der promovierte Biotechnologe und Kurator kombiniert Forschung mit Kunst – in Ausstellungen, die Postkoloniales, Ökologie und neue Technologien verknüpfen. Seine Arbeit fordert radikalen Dialog: Museen sollen für ihn wie Forschungslabore funktionieren, in denen gesellschaftliche Zukunftsentwürfe erprobt werden.
Massimiliano Gioni
Massimiliano Gioni gehört seit Jahren zur europäischen Kuratorenelite. Als Kreativdirektor der Prada-Stiftung in Mailand inszeniert er Ausstellungen, in denen Popkultur, Natur und Magie aufeinandertreffen. Seine Handschrift ist vielschichtig: Gioni montiert Bildwelten aus Kunst, Mode und Medien, die unerwartet zusammenfinden.
Cecilia Alemani
Cecilia Alemani sorgte 2022 mit der Venedig Biennale für Aufsehen, als sie starke, medienkritische Positionen ins Zentrum rückte. 2023 übernahm sie die Leitung des Whitney Museums in New York. Ihr Stil wirkt unaufgeregt, ist aber visionär und präzise: Unter Alemani verspricht das Whitney-Programm, bislang verborgene Perspektiven sichtbar zu machen und das Narrativ amerikanischer Kunst zu erweitern.
Pedro Alonzo
Pedro Alonzo ist ein unabhängiger Kurator, der das urbane Umfeld erobert: Seine Projekte finden im Stadtpark oder am Times Square statt. Besonders mit einer Friedens-Installation in New York machte er international Schlagzeilen. Alonzo fungiert wie ein Stadtgeschichtenerzähler – er bringt Utopien auf belebte Plätze und transformiert öffentlichen Raum mit einer Prise Poesie. Er zeigt, wie Kuratoren die Welt außerhalb traditioneller Mauern gestalten können.
Doryun Chong
Doryun Chong prägt als Chefkurator des Hongkonger M+ Museums die Kunstszene Asiens. Er führt den Dialog zwischen östlicher und westlicher Kunst fort: Unter seiner Leitung werden Film, Design und zeitgenössische Kunst zusammengeführt, um die Geschichte des globalen Kapitalismus und der Popkultur zu erzählen. Chongs analytischer Stil erlaubt Debatten über Identität und Moderne – er setzt Kunst bewusst in einen größeren historischen Zusammenhang.
Sam Bardaouil und Till Fellrath
Sam Bardaouil und Till Fellrath sind ein kuratorisches Duo, das Ausstellungen mit subversivem Witz auflädt. Für die Luma Foundation entwerfen sie Projekte, die Kunst mit Pop- und Alltagsästhetik verknüpfen. Ihr Ansatz ist spielerisch und intellektuell zugleich: Historische wie popkulturelle Referenzen verschmelzen in ihren humorvollen, eigenwilligen Narrativen.
Ebony L. Haynes
Ebony L. Haynes bewegt sich zwischen Galerieszene und Bildungsbetrieb. Als Direktorin bei David Zwirner inszenierte sie internationale Ausstellungen; zugleich forscht sie zur Kunst der Schwarzen Diaspora. Ihre Sprache ist klar und präzise, aber stets von transatlantischer Neugier geprägt. Haynes bringt afrikanische und afrikanisch-diasporische Kunst in globale Diskurse und betont so die Vielfalt der Gegenwartskunst.
Catherine Nichols
Catherine Nichols schuf mit der Manifesta 14 in Pristina eine der einflussreichsten Biennalen Europas. Die britische Kuratorin begreift große Ausstellungen als demokratische Ereignisse: Sie verlegte Kunst in Straßen, Werkstätten und Passagen, um sie für alle zugänglich zu machen. Nichols arbeitet mit lokalen Geschichten und Dialogen. Ihr Stil ist dabei wortgewaltig und politisch: Sie setzt Kunst als Agentin ein, um Stadtgeschichte(n) neu zu erzählen.
Viktor Neumann
Viktor Neumann machte in Berlin mit dem Projekt „Between Bridges“ von sich reden, einem Ausstellungsort, der Solidarität und Aktivismus zum Thema hat. Er kuratierte 2022 den rumänischen Pavillon in Venedig und 2024 die Kiewer Biennale – beide Male mit starkem politischem Fokus. Seit Herbst 2025 leitet er den Bonner Kunstverein und will dort die Debatte um Demokratie und Zukunftskunst voranbringen.
Helen Nisbet
Helen Nisbet kehrt 2026 nach Schottland zurück, um das Glasgow International zu leiten, ein Festival, das die Stadt in ein temporäres Kunstviertel verwandelt. Die gebürtige Schottin war lange in London tätig und bringt dabei kosmopolitisches Flair mit Heimatgefühl zusammen. Nisbet versteht jede Schau als Reise: Sie arbeitet gern mit überraschenden, lokalen Besonderheiten. Ihr Auftreten wirkt gelassen, doch die Konzepte entfalten kühne und unerwartete Verknüpfungen.
Ho Tzu Nyen
Ho Tzu Nyen ist ein außergewöhnlicher Querdenker aus Singapur. Als Künstler entwirft er Filme und Installationen, in denen Mythos und Geschichte verschmelzen. In seiner Arbeit als Kurator betrachtet er den Ausstellungsraum als theatralisches Tableau, das Genres überschreitet. Sein Ansatz ist spielerisch-philosophisch: Ho Tzu Nyen führt seine Projekte an den Grenzen zwischen Ost und West und stellt konventionelle kunsthistorische Narrationen zur Disposition.
Vivian Crockett
Vivian Crockett ist Kuratorin am New Museum in New York und bringt lateinamerikanische Perspektiven ins Spiel. Die in Brasilien geborene Kuratorin betont stets Diversität und Transnationalität. Ihr Stil wirkt ruhig, aber bestimmend: Sie hat Künstler:innen aus Südamerika und Afrika in den Fokus der New Yorker Szene gerückt und damit symbolische Brücken gebaut.
