William Kentridge – einer der wichtigsten Künstler unserer Zeit

Date : 22. Dezember 2017

Künstlerbiographie William KentridgeWilliam Kentridge macht Furore. Entwürfe, Filme, Montagen – die Kreativität des südafrikanischen Allrounders kennt keine Grenzen. Dieser Künstler zeichnet sich dadurch aus, dass er Collagen aus Kohle, Pastellfarben und Farbstiften auf einfachem Papier mit Textabschnitten erstellt. Er wurde mit seiner Arbeit als Theaterregisseur und Filmemacher global bekannt. Seine Werke zeigen poetisierte, politische Ereignisse als Allegorien. Dabei beruft er sich in seinem künstlerischen Schaffen auf ein einziges menschliches Sinnesorgan – unser Auge.

William Kentridge, geboren 1955 in Südafrika zählt zu den anerkanntesten internationalen Vertretern der gegenwärtigen Kunst. Sein Werk entstand in den letzten drei Jahrzehnten. Der 61-jährige Künstler lebt und arbeitet in Johannesburg. Sein künstlerisches Dasein zeichnet sich durch eine Menge fächerübergreifender Vielseitigkeit aus: Sein Fokus liegt nicht nur auf der bildenden Kunst, sondern auch auf Filmen, Regie und Geschichtenerzählungen. In all diesen Bereichen ist er immer noch aktiv tätig. In der jüngsten Vergangenheit war Kentridge häufig bei der Documenta in Kassel sowie der Biennale in Venedig zu Gast. Sein Gesamtkunstwerk, dreht sich um performative Künste und wird in Berlin erstmals gezeigt.

 

William Kentridge – Werdegang und Werke

Der Künstler begann seine Karriere im Jahr 1989 mit der handgezeichneten Film-Serie, welche sich mit Südafrika während und nach der Apartheid befasst. Kentridge animiert in diesen Filmen eigene Kohle- und Pastellzeichnungen, welche er ständig verändert, löscht und neu zeichnet, wobei das Ausradierte nicht völlig verschwindet. International ist er außerdem für seine Theaterarbeit bekannt, in der er Puppen, Animation, Projektion und Live-Darsteller zu kniffligen Multimedia-Aufführungen verbindet. In fast allen seinen Werken (egal ob handgezeichnete Filme, Videoskulpturen oder Auftritte jeglicher Art) macht er auf die sichtbare Hand des Puppenspielers aufmerksam. Mit seinen Aufführungen, die von großartiger Erzählcharakteristika geprägt sind, regt er den Zuschauer zum Nachdenken an und wirft die Frage auf, inwieweit seine Akteure von außen gesteuert und ihr alleiniges Handeln vom Betrachter hinterfragt werden sollte.

Eine weitere neue Auftragstätigkeit für das deutsche Guggenheim in Berlin trägt den Titel „Black Box / Chambre Noire“. Diese Installation thematisiert die deutsche Kolonialherrschaft in Afrika, sinnbildhaft dargestellt in einem mechanischen Schauspielhaus en miniature, Animationsfilmen, kinetischen Gegenständen und Zeichnungen. Dieser Schlagabtausch mit Traumata bzw. deren Effekte führte Kentridge zur Freud´s Auffassung  von „Trauerarbeit“, einer kontinuierlichen Arbeit, die mit seiner selbstreflektierenden Prüfung des Entstehungsprozesses von Geltung korrespondiert. Kentdrige lüftet mit jedem neuen Werk den Schleier der Undurchsichtigkeit.

Mehr Informationen unter: www.zeit.de/2016/22/william-kentridge-berlin-kunst-martin-gropius-bau-retrospektive

Signums sine Tinnitu stellt in dieser Serie die einflussreichsten Künstler unserer Zeit vor. Als Galerie für zeitgenössische Kunst fördern und publizieren wir Künstler aus allen Bereichen modernen Schaffens.

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