Maja Hoffmann – Die Milliardärin und die Kleinstadt

Date : 19. November 2018

Künstlerbiographie Maja Hoffmann iconDie 1956 geborene Maja Hoffmann ist eine Schweizer Kunstsammlerin, Dokumentarfilmerin und Unternehmerin. Sie ist die Gründerin der LUMA Foundation (2004), deren Ziel es ist, weltweite Kultur- und Kunstprojekte ins Leben zu rufen und langfristig zu begleiten.

Die Stiftung unterstützt auch eine Reihe von internationalen Initiativen und Projekten wie die Kunsthalle Zürich, oder das Fotomuseum Winterthur. Zum Portfolio gehören außerdem das Palais de Tokyo in Paris oder die Serpentine Gallery in London. Mit dessen berühmtem Kopf Hans Ulrich Obrist befindet sich die milliardenschwere Pharmakonzernerbin auf Du und Du. Und auch sonst zählt eher die Creme de la Creme der Kunstszene, wie etwa Beatrix Ruf oder Liam Gillick zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis.

Maja Hoffmann und ihr LUMA-Projekt

Maja Hoffman ist in Arles (Frankreich) aufgewachsen und zog 2014 mit ihrer ehemals Züricher Luma Stiftung dorthin. Die Kleinstadt liegt der heute 60-Jährigen aber nicht nur wegen des persönlichen Bezugs am Herzen. Sie interessiert vor allem, welche Auswirkungen die Kunst und die Kultur generell auf einen Ort haben können – besonders wenn es dort wie in Arles noch mehr Front-National-Wähler als Arbeitslose gibt.

Deshalb setzt sich die Milliardärin dort auch mit ihrem Privatvermögen für die Verbreitung von Kunst und Kultur ein. Für ihren gigantischen Thinktank für Weltprobleme investierte sie 150 Millionen Euro in den Kauf und Ausbau von Land und Gebäuden. So entsteht hier eine neue Kunstmetropole, die der Stadt zu neuem Ruhm und Glanz verhilft. Hoffman denkt groß – ja pharaonisch.

Dabei plant sie keinesfalls ins Blaue hinein/ist ihr Geld gut angelegt, denn schon seit einigen Jahren tut sich was in dem verschlafenen Örtchen. Das jährlich stattfindende Festival, „Les Rencontres de la Photographie d’Arles“, zog 2016 bereits über 100.000 Besucher an. Genug Grund für Maja Hoffmann, das Potenzial der Stadt weiter auszubauen. Die 150 Millionen Euro, die sie privat investiert hat, machen Luma zum größten privaten Kulturprojekt in Europa.

 

Maja Hoffmann – und sonst?

Maja Hoffmann ist wie viele namhafte Persönlichkeiten ihrer Branche eine multitasking Lady. Neben ihrer Position als Präsidentin der Stiftung Kunsthalle Zürich bekleidet sie das Amt der Vizepräsidentin des Rates der Emanuel Hoffmann-Stiftung in Basel. Außerdem fungiert sie als Vorstandsmitglied des New Museum of Contemporary Art und des Bard College Center für kuratorische Studien in Annandale-on-Hudson im Bundesstaat New York.

In ihrer Laufbahn produzierte und unterstützte die Mäzenin bereits zahlreiche internationale Kunst-, Film-, Verlags- und Umweltprojekte.

Über all ihrem Schaffen steht für sie der Gedanke, lokal das Leben zu verbessern, aber Ideen zu liefern, die global sind“, so, die öffentlichkeitsscheue Französin 2017 im Gespräch mit dem Magazin „M“ der Tageszeitung „Le Monde“. Der Titel des Porträts, „Die Königin von Arles“, wird ihr missfallen haben. Hoffmann will nicht Königin sein, sondern einfach Bürgerin ihrer schönen Stadt.

Mehr Informationen unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Maja_Hoffmann

Signums sine Tinnitu stellt in dieser Serie die einflussreichsten Künstler unserer Zeit vor. Als Galerie für zeitgenössische Kunst fördern und publizieren wir Künstler aus allen Bereichen modernen Schaffens.

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